PNP 20.11.19: "Wir müssen wieder das Kämpfen lernen"

Veröffentlicht am 30.11.2019 in Unterbezirk

Hans Steindl ist Kreistags-Listenführer der SPD und schwört seine Partei auf den Wahlkampf ein

Altötting. "Raus aus den Löchern, rein in die Offensive!" Mit einer kämpferischen Rede hat Hans Steindl am Montagabend beim Graminger Weißbräu die Landkreis-SPD auf den Kommunalwahlkampf eingeschworen. Die Genossen setzten ihn auf Platz 1 ihrer Kreistagsliste.

Steindl zeigte sich verärgert über die Lethargie, die er vielgestalt in seiner Partei erkennt: "Mit Jammern bringen wir unsere Vorstellungen nicht an den Mann." Die SPD trage große Verantwortung für den "florierenden Landkreis Altötting". Als Sozialdemokraten "stehen wir für Arbeitsplätze – aber tun wir nicht so, als wären alle so sicher". Die Anzeichen für eine Flaute in der Wirtschaft seien deutlich zu erkennen. Gerade für das Chemiedreieck seien die Signale brisant. Und dann kämen auch noch hausgemachte Probleme dazu, insbesondere bezüglich der Versorgungssicherheit mit Energie.

48 Jahre ist Hans Steindl schon Mitglied im Kreistag, bei den Wahlen am 15. März führt er die Liste der SPD im Landkreis an.
48 Jahre ist Hans Steindl schon Mitglied im Kreistag, bei den Wahlen am 15. März führt er die Liste der SPD im Landkreis an.

Kein Verständnis zeigte Steindl für die Verweigerungs- und Verhinderungshaltung sowohl in manchen Kreisen der Bevölkerung als auch in den Verwaltungen und Behörden. Oft fehle es am nötigen Augenmaß und an der Bereitschaft zum Kompromiss. Ebensowenig wolle die Staatsregierung bisweilen spezifische Schwierigkeiten der Region anerkennen und Lösungen suchen – etwa bei der Entsorgung von PFOA-belasteten Böden. Und auch mit den eigenen Genossen ging er ins Gericht: Dem SPD-Abgeordneten Florian von Brunn empfahl er, erst einmal mit einem Mandatsträger vor Ort zu sprechen, bevor er in München von einem "vergifteten Landkreis Altötting" spreche: "Das ist Unsinn."

Für den Erhalt der wirtschaftlichen Stärke bedürfe es auch eines schnellen Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur. Es könne nicht sein, dass die Elektrifizierung der Bahnstrecke Mühldorf-Burghausen "sechs, sieben, acht Jahre" dauert oder der Weiterbau der A94 bis Simbach bis 2038: "Da wird Dir schwindlig." Es bedürfe eines Beschleunigungsgesetzes West.

Die SPD besetze im Landkreis klassische sozialdemokratische Themen wie bezahlbarer Wohnraum, Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschule, eine flächendeckende Gesundheitsversorgung. Seine Partei, so Steindl, sei entscheidender Impulsgeber. Insbesondere für den Erhalt der Burghauser Klinik als "Humankrankenhaus" jenseits der Apparatemedizin werde sich die SPD einsetzen. Gleichzeitig müsse bei der Fusion mit Mühldorf Altötting gestärkt werden.

Steindl bedauerte, dass die SPD keinen Landratskandidaten stellen könne. Die Liste, die er anführen wird, bezeichnete als guten Kompromiss. Von seinen Genossen forderte er abschließend: "Wir müssen wieder das Kämpfen lernen."

Die Liste war in mehreren Sitzungen des erweiterten Vorstandes aufgestellt worden, Franz Kammhuber stellte die Kandidatinnen und Kandidaten vor. Von den 51 Delegierten wurde die Liste bis auf einmal eine und zweimal zwei Nein-Stimmen für zwei Bewerberinnen bzw. einen Bewerber ohne Diskussion abgesegnet. Zur Nummer 1 der Kreistags-SPD erklärte Unterbezirksvorsitzende Annette Heidrich: "Wir müssten verrückt sein, Hans Steindl nicht als Listenführer aufzustellen."
− ecs

Die Liste:
1. Hans Steindl, 2. Annette Heidrich, 3. Peter Haugeneder, 4. Johanna Schachtl, 5. Florian Schneider, 6. Christa Seemann, 7. Maximilian Gschwendtner, 8. Birgit Noske, 9. Günter Zellner, 10. Maria Wortmann,
11. Marco Kessler, 12. Theresia Blaschke, 13. Hubert Gschwendtner, 14. Yvonne Thienle, 15. Josef Jung, 16. Dagmar Eschenfelder, 17. Christian Mende, 18. Anneliese Unterreiner, 19. Werner Noske,
20. Manuela Provenzani, 21. Franz Kammhuber, 22. Monika Schallmoser, 23. Stefan Bonauer, 24. Sabine Bachmeier, 25. Holger Gottschalk, 26. Alexandra Attenberger, 27. Otto Becker, 28. Heidi Stefan-Brenner, 29. Erwin Scheiwein,
30. Doris Graf, 31. Wolfgang Aigner, 32. Martina Völzke, 33. Herbert Schreck, 34. Jutta Heimerl-Sejpka, 35. Markus Staller, 36. Maisa Al Valli, 37. Maximilian Baumgartner, 38. Monika Besier, 39. Thomas Bohlmann, 40. Kilian Maier, 41. Reinhard Rode, 42. Gerhard Ortler, 43. Martin Pichlmeier, 44. Hubert Rothmayer, 45. Anton Haugeneder, 46. Franz-Xaver Anders, 47. Hans Michlbauer, 48. Harald Klein, 49. Marco Harrer, 50. Roland Resch, 51. Bernhard Eimannsberger, 52. Thomas Rebel, 53. Bernhard Metz, 54. Uwe Vollmershausen, 55. Werner Haufe, 56. Anton Anwander, 57. Werner Riedhofer, 58. Robert Gerhart, 59. Heinrich Hollinger, 60. Bastian Höcketstaller.
Ersatz: Ernst Huber, Horst Kern

1. Hans Steindl, 2. Annette Heidrich, 3. Peter Haugeneder, 4. Johanna Schachtl, 5. Florian Schneider, 6. Christa Seemann, 7. Maximilian Gschwendtner, 8. Birgit Noske, 9. Günter Zellner, 10. Maria Wortmann, 11. Marco Kessler, 12. Theresia Blaschke, 13. Hubert Gschwendtner, 14. Yvonne Thienle, 15. Josef Jung, 16. Dagmar Eschenfelder, 17. Christian Mende, 18. Anneliese Unterreiner, 19. Werner Noske, 20. Manuela Provenzani, 21. Franz Kammhuber, 22. Monika Schallmoser, 23. Stefan Bonauer, 24. Sabine Bachmeier, 25. Holger Gottschalk, 26. Alexandra Attenberger, 27. Otto Becker, 28. Heidi Stefan-Brenner, 29. Erwin Scheiwein, 30. Doris Graf, 31. Wolfgang Aigner, 32. Martina Völzke, 33. Herbert Schreck, 34. Jutta Heimerl-Sejpka, 35. Markus Staller, 36. Maisa Al Valli, 37. Maximilian Baumgartner, 38. Monika Besier, 39. Thomas Bohlmann, 40. Kilian Maier, 41. Reinhard Rode, 42. Gerhard Ortler, 43. Martin Pichlmeier, 44. Hubert Rothmayer, 45. Anton Haugeneder, 46. Franz-Xaver Anders, 47. Hans Michlbauer, 48. Harald Klein, 49. Marco Harrer, 50. Roland Resch, 51. Bernhard Eimannsberger, 52. Thomas Rebel, 53. Bernhard Metz, 54. Uwe Vollmershausen, 55. Werner Haufe, 56. Anton Anwander, 57. Werner Riedhofer, 58. Robert Gerhart, 59. Heinrich Hollinger, 60. Bastian Höcketstaller. Ersatz: Ernst Huber, Horst Kern
 

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