SPD Ortsverein Marktl am Inn

PNP 15.06.16: Kofler: "Mehr Frauen in Verantwortung"

Veröffentlicht am 18.06.2016 in Bundespolitik

MdB Bärbel Kofler, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, stand Rede und Antwort. Holger Gottschalk, SPD-Stadtrat und Integrationsbeauftragter in Altötting, leitete die Diskussion. -Foto: Becker jun.

Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Dr. Bärbel Kofler in Graming

Altötting. Armut, Hunger , Menschenrechtsverletzungen und Gleichberechtigung sind Themen, mit denen sich die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe auseinander setzt. "Nicht überall läuft es so gut, wie bei uns", sagte die Bundestagsabgeordnete am Montag bei einem Informations- und Diskussionsabend beim Gram inger Weißbräu. Zu dieser sogenannten "Aktuellen Stunde" des SPD-Ortsvereins unter Leitung des Vorsitzenden Marco Keßler waren über 60 Interessierte gekommen.

Kofler argumentierte auf Basis von Statistiken und weiterem Zahlenmaterial. Beispielsweise müssten mehr als 800 Millionen Menschen von weniger als 2 Dollar am Tag leben. Dass man davon nirgends auf der Welt für sich selbst sorgen, geschweige denn an Familienplanung denken könne, müsse jedem einleuchten, sagte Kofler. Unter die ersten 100 Tage im Amt zog die 49-Jährige im Gespräch mit dem Anzeiger eine positivie Bilanz: "Ich habe zwar nur beratende Stimme bei der Bundesregierung, aber dabei bin ich gerne sehr kritisch". Bereits 52000 Kilometer ist sie um den Erdball gereist, hat dabei unter anderem an der Weltfrauenkonferenz in Sri Lanka teilgenommen und auch Krisenländer besucht und dabei sowohl Erschreckendes wie auch Beeindruckendes erlebt. So habe ihr die Kommissionsvorsitzende der Afrikanischen Union einmal auf die Frage, was Europa von Afrika erwarten könne, geantwortet, dass es unsere Jugend sei, die wir zurückerhalten würden: "Afrika ist ein wahnsinnig junger Kontinent mit einem Durchschnittsalter von etwa 20 Jahren", so Kofler. Da geht es nach Ansicht der Menschenrechtsbeauftragten auch um Bildung und Perspektiven, die die Europäer den Menschen in diesen am wenigsten entwickelten Ländern bieten müssten, anstatt beispielsweise durch Steuern und Zölle die Produkte von dort auch noch zusätzlich uninteressant und teuer zu machen.

Ziel ihrer Arbeit sei es, so Kofler, dabei zu helfen, die Säulen der Entwicklungspolitik überall zu gewährleisten: Menschenrechte durchsetzen in allen Ländern und auch im Berufsleben sowie dafür Sorge tragen, dass jedermann seine Rechte auch gerichtlich einfordern kann. "Besonders schlimm ist es überall, wo Frauen aus der Öffentlichkeit zurückgedrängt werden", so Kofler. Bemerkenswert sei dagegen, dass, wie sie in den großen Flüchtlingslagern erfahren habe, das Gemeinwesen überall dort, wo Frauen das Sagen haben, besser funktioniere: "Frauen werden auch von sich aus sozial aktiv und kümmern sich um das Wohl der Nächsten, vor allem der Kinder."

Dass Menschenrechte höher geachtet würden, wenn es einem Land wirtschaftlich besser geht, sei auch nicht von der Hand zu weisen. "Es gibt ein Recht auf Nahrung für alle Menschen, vor allem für Kinder", forderte Kofler. Doch erst eine gute Arbeit, die auch einen nennenswerten Lohn abwirft, ermögliche menschenwürdiges Leben. Die Anregung aus dem Publikum, ob der Staat und seine Behörden nicht bei Ausschreibungen mehr wert auf "Fair Trade"-Produkte legen sollten, begrüßte Kofler grundsätzlich.
- pbj

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