PNP 11.05.16: Ein Kommunalpolitiker mit Leib und Seele

Veröffentlicht am 13.05.2016 in Ortsverein

Hubert Gschwendtner ist seit 20 Jahren Bürgermeister von Marktl

Marktl. Die Haare sind ergraut und er ist politisch nachsichtiger und gelassener geworden – Elan, Fleiß und Entscheidungskraft sind aber gleich geblieben: Hubert Gschwendtner (67) ist seit 20 Jahren Marktler Bürgermeister – Anlass genug für eine kleine Rückschau. "Man möcht’s gar nicht glauben, was sich alles ereignet hat und geschaffen worden ist", sagt er selber überrascht.

Als er 1996 den Bürgermeisterstuhl eroberte (für einen Sozialdemokraten keine Selbstverständlichkeit) war er kein Neuling. Saß er doch zuvor schon zwölf Jahre im Gemeinderat, wo er mit seinem Vorgänger so manchen Kampf ausgefochten hatte.

Auf ihn warteten gleich große Projekte wie Ortskern- und Schulhaussanierung, Neugestaltung des Bahnhofsplatzes, Ausbau des Sportgeländes und einiges mehr.

Mit meist geringem Finanzspielraum wurden große Anschaffungen für die Feuerwehren, der Aufbau des Tourismus, Straßenbau und Wasserversorgung im Außenbereich, neue Spielplätze, Turnhallensanierung und vieles andere angepackt und er hat die Ziele ehrgeizig und mit Zähigkeit verfolgt.

Seit 20 Jahren sein Arbeitsplatz, Papst em. Benedikt XVI., der sein Leben umgekrempelt hat, wacht gleichsam über ihn. − Foto: Kleiner
 

Seit 20 Jahren sein Arbeitsplatz, Papst em. Benedikt XVI., der sein Leben umgekrempelt hat, wacht gleichsam über ihn. − Foto: Kleiner

 

Was ihm im Rückblick genauso wichtig ist, "dass wir im Ort und im Gemeinderat wieder ein Miteinander geschaffen haben". Zuvor waren die "Marktler Verhältnisse" weit und breit ein Synonym für Streit und Auseinandersetzungen gewesen.

Die größte Bewährungsprobe und für ihn eine "außergewöhnliche und einschneidende Zeit" waren die Jahre nach der Wahl von Joseph Ratzinger zu Papst Benedikt XVI. mit einem Riesenrummel bis an die Grenze der Belastbarkeit auch in der Familie und bei den Mitarbeitern im Rathaus. Gschwendtner möchte die Jahre dennoch nicht missen und erinnert sich gerne an viele persönliche Begegnungen mit Würdenträgern und Menschen aus aller Welt und unwiederbringliche Ereignisse wie den Papstbesuch – der sich im September zum zehnten Mal jährt –, den Papstüberflug mit Funkverbindung sowie die Partnerschaften mit dem polnischen Wadowice und dem italienischen Sotto il Monte.

Er hat Marktl national und international gut vertreten und viel Anerkennung in den Medien gefunden.

Das Riesenarbeitspensum kann nur einer durchhalten, dem die Kommunalpolitik ans Herz gewachsen und zur Leidenschaft geworden ist. Das Bürgermeisteramt ist für ihn nach wie vor spannend und faszinierend. Rundum unterstützt wird er dabei von seinen drei erwachsenen Kindern mit Familien und seiner Frau Helga, die ihm den Rücken frei hält und ihn bei öffentlichen Terminen begleitet. "Der familiäre Rückhalt ist ein großes Glück, gibt dir Kraft und Elan", betont er und erwähnt auch die gute und verlässliche Zusammenarbeit in der SPD-FoP-Fraktion, der seit der letzten Wahl auch Sohn Max angehört.

Gschwendtner fühlt sich gesund und fit und möchte bis zum Ende der Amtsperiode im Jahr 2020 weitermachen. Dann ist er 71, und die Projekte und Pläne gehen nicht aus. Ein schwer lösbares Problem sind für ihn die Leerstände und Bauruinen am Marktplatz – aber auch da gibt er die Hoffnung auf eine Verbesserung nicht auf.

Dass er so fest im Sattel sitzt, ist gewiss auch seiner hilfsbereiten, bodenständigen und geselligen Art zuzuschreiben. Er hat sich ein Gespür für die Sorgen der kleinen Leute bewahrt – "der Hubert" ist einer von ihnen. Er nimmt sich Zeit für die Bürger, besucht soweit möglich alle Veranstaltungen, ist enorm fleißig und kennt kaum einen freien Tag. In der knapp bemessenen Freizeit steht die Familie mit inzwischen vier Enkelkindern an erster Stelle.

Zupackend und unkompliziert hat er auch großen Anteil an der vorbildlichen Integration der Asylbewerber in Marktl. Er steht ihnen selber von Anfang an als Sprachlehrer zur Seite; die ganze Familie ist stark eingebunden und übernimmt ohne viel Worte zu verlieren so manchen Fahrdienst und Behördengang für Gotteslohn.

"Ich bin dankbar für das vernünftige Miteinander im Gemeinderat und dass wir in den 20 Jahren viel für die Gemeinde und die Bevölkerung erreicht haben. Wir konnten so manche Probleme lösen und sind letztlich zum Ziel gekommen, da kann man schon zufrieden sein", fasst er die zwei Jahrzehnte als Gemeindeoberhaupt zusammen.
- mk

 

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