PNP 09.03.19: Ende nach 24 Jahren: Marktler Bürgermeister hört auf

Veröffentlicht am 12.03.2019 in Lokalpolitik

Als Bürgermeister des Papstgeburtsortes hat Hubert Gschwendtner die stürmischen Zeiten rund um die Wahl und den Heimatbesuch Benedikts XVI. maßgeblich mitbekommen. Jetzt tritt der 70-Jährige ab. Foto: A. Kleiner

Marktl: Jetzt ist offiziell, was schon länger gemunkelt wird: Marktls Bürgermeister Hubert Gschwendtner (SPD) wird bei der nächsten Kommunalwahl in einem Jahr nicht mehr antreten, auch nicht auf der Gemeinderatsliste.

2020 werden es 24 Jahre, dass er als Bürgermeister amtiert, im Gemeinderat ist er seit 1984. Als Grund für seinen Rückzug nennt der 70-Jährige: „Obwohl ich mich noch gut fühle, ist es Zeit, den Weg frei zu machen für einen Generationenwechsel.“

Wobei man den Begriff Generationenwechsel im Fall Marktl durchaus wörtlich nehmen darf: In der Gemeinde ist es mittlerweile ein weitgehend offenes Geheimnis, dass der nächste Kandidat für das Bürgermeisteramt auch Gschwendtner heißen wird – Sohn Max Gschwendtner. Offiziell freilich ist es noch nicht.

Die CSU, die momentan zwei Gemeinderäte aufbringt, hat schon angekündigt, dass sie einen eigenen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken wird und unter dem vorgesehenen Listennamen CSU/Freie Liste Marktl auch parteifreie Kandidaten für den Gemeinderat aufnehmen will. Als heißester CSU-Kandidat für den Bürgermeisterposten wird in Marktl Gemeinderat Benedikt Dittmann gehandelt.

Derzeit haben die Christsozialen noch eine Listenverbindung mit den Freien Wählern, die drei Gemeinderäte stellen. Der Vorsitzende und Fraktionssprecher der „Marktler Freien Wähler“, Günter Völker, ist sich seiner Aussage nach noch nicht ganz im Klaren, ob er wieder eine eigene Liste aufstellen wird. Bei der Unabhängigen Liste Marktlberg (ULM) gilt es als sicher, dass wieder eine Gemeinderatsliste präsentiert wird, in der laufenden Periode stellen die Marktlberger drei Gemeinderäte.

Mit der Entscheidung Gschwendtners steht jetzt fest, dass es bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr in mindestens sieben Städten und Gemeinden einen Wechsel auf dem Bürgermeistersessel geben wird – und das in einigen Fällen nach langjähriger Kontinuität. So bahnen sich nicht nur in Marktl, sondern auch in Altötting und Burghausen tiefgreifende Veränderungen an – die Amtsinhaber Herbert Hofauer (25 Jahre Bürgermeister) und Hans Steindl (30 Jahre) scheiden beide aus.

Ebenso stehen personelle Veränderungen in Tüßling an, wo Bürgermeisterin Stephanie von Pfuel sich 2020 nach einer Amtsperiode zurückziehen wird.

Auch für den Mehringer Rathauschef Josef Wengbauer ist kommendes Jahr Schluss. Nach drei Perioden als Bürgermeister übergibt der CSUler den Rathausschlüssel.

Auf einen neuen Bürgermeister müssen sich ab 2020 zudem die Garchinger einstellen. Christian Mende kann den in seinem Fall hauptamtlichen Posten aus Altersgründen nicht mehr besetzen.

Und noch in einer siebten Kommune steht ein Wechsel bevor: So hat in Kirchweidach Bürgermeister Johann Krumbachner bereits mitgeteilt, dass er nach zwölf Jahren im Amt in 2020 kein weiteres Mal kandidieren wird.

Der ein oder andere Stabwechsel könnte darüber hinaus noch anstehen: Als Wackelkandidaten für eine weitere Kandidatur gelten zumindest Franz Lehner (Stammham), Georg Heindl (Unterneuk.) und Johann Hiebl (Teising)
.mk/ckl

 

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