PNP 09.03.19: Ein halbes Leben für die Politik

Veröffentlicht am 12.03.2019 in Lokalpolitik

Hubert Gschwendtner hört nächstes Jahr als Bürgermeister auf

Marktl. Die jüngeren Leute in Marktl kennen nur einen Bürgermeister, Hubert Gschwendtner
(SPD), der seit 1996 im Amt ist. Schon von jung an ein politischer Mensch, wurde er 1984 in den Gemeinderat gewählt, ist sein halbes Leben lang ein Kommunalpolitiker mit Leib und Seele und nach wie vor sehr engagiert und motiviert. Trotzdem wird er aufhören und 2020 nicht mehr kandidieren.

„Es gibt auch ein Leben nach der Politik und dem arbeitsintensiven Bürgermeisteramt und das möchte ich noch genießen, solange es die Gesundheit erlaubt. Ich habe eine große Familie mit sechs Enkelkindern, wo meine Frau Helga und ich gerne und intensiv das Aufwachsen der Enkel begleiten“, sagt er. Seine Frau hat ihm all die Jahre den nötigen Rückhalt gegeben und zusammen möchten sie dann auch mehr Zeit haben für Reisen und andere Freizeitaktivitäten.

So ganz vorstellen kann sich Gschwendtner aber trotzdem noch nicht, dass er nach dem Ausscheiden Ende April 2020 in der Gemeindepolitik nicht mehr mitreden und mitgestalten kann: „Sicher wird mir am Anfang fehlen, was über Jahrzehnte mein Leben bestimmt hat, die Leute und Begegnungen – aber man muss auch loslassen können.“

Er kann aber dann zufrieden auf vier erfolgreiche Amtsperioden zurückblicken. In seiner ausgleichenden Art hat er immer versucht, gut und konstruktiv mit allen zusammenzuarbeiten, mit dem Gemeinderat, aber auch mit der Kirche und den Vereinen. „Ein motiviertes Team in der Verwaltung hat mich stets bestens unterstützt“, fügt er hinzu. Bei den Bürgern ist er beliebt, ist einer von ihnen und nimmt sich ihrer Sorgen und Wünsche an.

Wenn er heute schon Rückschau hält, was alles in seiner bisherigen Amtszeit angepackt und geschaffen worden ist, dann folgt eine lange Aufzählung, unter anderem Ortskern- und Schulhaussanierung, Neugestaltung des Bahnhofsplatzes, Schaffung von Spielplätzen, Baugebieten, Sportzentrum, Bushaltebereich mit Parkplätzen, Generalsanierung der Turnhalle oder Bau der Hack-schnitzelheizung an der Schule. Außerdem haben sich im Gewerbegebiet viele Betriebe angesiedelt. Mit meist geringem Finanzspielraum wurden große Anschaffungen für die Feuerwehren, der Aufbau des Tourismus mit Infrastruktur, Straßensanierungen im Innen-und Außenbereich, Geh- und Radwegebau und die Wasserversorgung im Außenbereich über die Bühne gebracht. In seine Amtszeit fallen auch Krippenbau, Kindergartensanierung, Neubau der Innbrücke durch den Bund und Erneuerung weiterer drei Brücken im Außenbereich, Ansiedelung einer Altenpflegeschule, Breitbandversorgung und zuletzt Sanierung bzw. Neubau von Gebäuden am Marktplatz.

Die größte Bewährungsprobe und für ihn waren die Jahre nach der Wahl von Joseph Ratzinger zu Papst Benedikt XVI. mit einem Riesenrummel bis an die Grenze der Belastbarkeit. Gschwendtner möchte die Zeit dennoch nicht missen und erinnert sich gerne an unwiederbringliche Ereignisse und viele persönliche Begegnungen mit Menschen aus aller Welt, mit Repräsentanten aus Kirche, Politik und Wirtschaft, darunter drei damals amtierende Ministerpräsidenten. Auch die Städtepartnerschaften mit dem polnischen Wadowice und dem italienischen Sotto il Monte Giovanni XXIII. sind ihm wichtig. Er hat Marktl national und international immer gut vertreten und viel Anerkennung in den Medien gefunden.

Als Höhepunkt nennt er den Besuch von Papst Benedikt XVI. am 11. September 2006. „Besonders gefreut hat uns der Eintrag ins Goldene Buch, wo der Heilige Vater schrieb: Der Herr segne diesen mir so teuren Ort. Für mich waren diese Ereignisse trotz der vielen Arbeit die intensivsten und schönsten Erlebnisse in meiner Amtszeit.
mk

 

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